Bluttransfusion
Die bei einer Blutspende entnommenen Vollblutkonserven werden heute durch spezielle Techniken in verschiedene Bestandteile aufgetrennt (z.B. Erythrozyten, Thrombozyten, Plasma) und der Patient erhält nur die benötigten Anteile (Hämotherapie nach Maß).. Es gibt auch spezielle Spendearten, bei denen jeweils nur eine Zellart oder selektiv Plasma gewonnen wird.
Man unterscheidet also heute zwischen einer Transfusion von Erythrozyten, Thrombozyten oder Plasma. Selbstverständlich ist auch eine Transfusion von mehreren dieser Bestandteile möglich, wenn der Patient sie benötigt. Bei einer ambulanten Blutübertragung handelt es sich in der Regel um die Transfusion von Erythrozyten oder Thrombozyten.
Transfusionen von Erythrozyten werden bei vielen chronischen Erkrankungen, die eine Blutarmut (Anämie) zur Folge haben, erforderlich. Durch eine Transfusionsbehandlung werden die durch eine Anämie verursachten Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel und Atemnot gebessert.
Patienten, die an einem bösartigen Tumor oder an Leukämie leiden, können oft für einige Wochen ihre Thrombozyten (Blutplättchen) nicht ausreichend selbst bilden. Eine Thrombozytopenie ist mit einer beeinträchtigten Blutstillung verbunden, die wiederum zu erhöhter Blutungsneigung (z. B. Nasen oder Zahnfleischbluten, Hautblutungen (Petechien), Blutergüssen) und/oder verlängerter Blutungszeit (z.B. nach einer Verletzung) führen kann. Durch die Transfusionen von Blutplättchen kann diese gefährliche Zeit überbrückt werden.
Wie jede medizinische Maßnahme ist auch eine Transfusion von zellulären Blutkonserven oder anderen Blutbestandteilen nicht ganz ohne Risiko. Hierzu gehört beispielsweise die Übertragung bestimmter Infektionserkrankungen wie AIDS oder Hepatitis. Im Verhältnis zu früher ist heute die Wahrscheinlichkeit, sich durch eine Blutkonserve zu infizieren, sehr gering geworden. Bei dem HI-Virus, dem Erreger von AIDS, und beim Erreger der Hepatitis C liegt die Wahrscheinlichkeit in Deutschland aktuell unter 1 zu 20 Millionen.
Neben der Übertragung von Infektionskrankheiten gibt es auch noch andere Nebenwirkungen der Bluttransfusion, die jedoch alle nicht sehr häufig sind. So gibt es u.a. Unverträglichkeitsreaktionen, allergische Reaktionen oder es kann Fieber oder Schüttelfrost auftreten. Zur Vermeidung schwerer Reaktionen werden vor jeder Transfusion spezielle Verträglichkeitsuntersuchungen zwischen Blut des Patienten und Blutkonserve durchgeführt.
Pro Jahr werden in unserer Praxis mehrere Tausend Transfusionen ambulant durchgeführt. Der Zeitbedarf beträgt ca. 2 Stunden.