Blutgruppen
Jeder Mensch hat „sein“ eigenes Blut, das sich in spezifischen, erbbedingten Eigenschaften von dem eines anderen Menschen unterscheidet. Deshalb kann Blut auch nicht beliebig von einem Menschen zum anderen übertragen werden. Dies ist vor allem bei Bluttransfusionen von großer Bedeutung: Würde man einem Menschen wahllos das Blut eines anderen übertragen, bestünde die Gefahr einer folgenschweren Abwehrreaktion gegen das Spenderblut, bei der die Zellen zerstört werden. Damit dies nicht passiert, muss Spender- und Empfängerblut in seinen wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen.
Über 600 genetisch determinierte Blutgruppenmerkmale an roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutzellen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) sind heute bekannt. Nicht alle, aber doch einige der Blutgruppenmerkmale sind für die Verträglichkeit von Blutübertragungen von Bedeutung.
Das AB0-System
Für die Transfusionsmedizin wichtig ist das AB0-Blutgruppensystem, das in den Jahren 1901 und 1902 vom österreichischen Arzt und Nobelpreisträger Karl Landsteiner und seinen Schülern Decastello und Sturli entdeckt wurde. Man unterscheidet dabei vier Blutgruppen: 0, A, B und AB.

| AB0-Blutgruppe | Häufigkeit (Mitteleuropa) |
| A | 43% |
| 0 | 41% |
| B | 11% |
| AB | 5% |
Der Rhesus(Rh)-Faktor
Die Bezeichnungen "positiv" und "negativ" beziehen sich auf weitere Merkmale von Blutgruppen. Rh ist die Abkürzung von Rhesus, dem Namen einer Affengattung, mit dessen Hilfe Landsteiner 1940 auch noch die Rhesusgruppen entdeckte.
Je nach dem Vorhanden- bzw. Nichtvorhandensein bestimmter Eigenschaften wird zwischen Rhesus-positivem und Rhesus-negativem Blut unterschieden. Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat Rhesus positives Blut (85%), die restlichen 15% werden als Rhesus negativ bezeichnet.