Aderlassbehandlung

Aderlass

Zur Aderlasstherapie stehen zwei Methoden zur Verfügung:

  • Der konventionelle Aderlass, bei dem Vollblut abgenommen wird.
  • Die Erythrozytapherese, bei der selektiv nur Erythrozyten entfernt werden.

Bei einem Aderlass werden dem Patienten wie bei einer üblichen Blutspende ca. 500 ml Blut entnommen und verworfen. Inzwischen ist man aber in der Lage, durch Anwendung modernster Techniken genau die Blutbestandteile zu entfernen, die dem Patienten schaden. Hierzu werden sogenannte Apherese-Maschinen eingesetzt. Der Begriff „Apherese“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie „wegnehmen“. Auch der in früheren Zeiten so beliebte Aderlass war also eine Form der Apherese, bei der man einfach das gesamte Blut entfernt hat.

Bei der Erythrozytapherese wird das Blut während der Entnahme in Blutzellen und Blutplasma aufgetrennt. Nach der Auftrennung des Blutes werden die rote Blutkörperchen (Erythrozyten) nicht mehr retransfundiert, während das Plasma dem Patienten zurückgegeben wird. Dadurch wird ein Verlust von im Blutplasma enthaltenen wichtigen Substanzen (Eiweiß, Abwehrstoffe, Gerinnungsfaktoren) vermieden. Mit dieser Technik kann im Vergleich zum konventionellen Aderlass eine größere Menge Erythrozyten aus dem Blut entfernt werden, dadurch wird die Therapiedauer verkürzt.

Aderlässe und Erythrozytapheresen werden zur Behandlung verschiedener Erkrankungen angewendet. Diese sind insbesondere die primäre Hämochromatose, bei der es durch vermehrte Eiseneinlagerung in verschiedene Organe zu Störungen kommt, die Porphyria cutanea tarda, gekennzeichnet durch eine stark verletzliche Haut, und die Polyglobulie, bei der durch eine gesteigerte Anzahl von Erythrozyten die Fließeigenschaft des Blutes verschlechtert ist.

Behandlungsziel bei Hämochromatose und Porphyrie ist, dem Organismus des Patienten Eisen zu entziehen. Durch die Entnahme der Erythrozyten wird der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) entfernt, der in den Erythrozyten enthalten ist. Das Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport zuständig und enthält neben dem Proteinanteil einen Eisenanteil (Häm). Mit Entnahme der Erythrozyten wird eine Reaktionskaskade angestoßen: Eisen wird mit den Erythrozyten ausgeschieden, bei der Bildung von neuen Erythrozyten wird Serumeisen verbraucht, das Eisen im Serum wird zu einem gewissen Teil durch das Speichereisen ersetzt und damit schrittweise abgebaut.

Bei Polyglobulie werden die in Überzahl vorhandenen Erythrozyten entfernt, gleichzeitig wird durch die Retransfusion des frischen Eigenplasmas eine zusätzliche Verdünnung des Blutes erzielt.

Pro Jahr werden in unserer Praxis mehrere Hundert Erythrozytapheresen ambulant durchgeführt. Der Zeitbedarf beträgt ca. 45 Minuten.